Altlasten ablegen

Immer wenn mich jemand gefragt hat was ich nach dem Studium mache, war die Antwort: Klettern und Reisen. Weiters fügte ich schmunzelnd hinzu: "I werd so fit werden und alles nieder reißen!". Eigentlich war es als Scherz gemeint, doch im Moment bin ich wirklich so fit beim Klettern wie noch nie. Gemeinsam mit meinen Kletterpartnern schaffe ich es alte Projekte zu klettern und meine Altlasten abzuhacken.

Zu spüren wie man auf einmal einen Zug schafft, der mir bis dato noch unmöglich erschien,
zu fühlen wie ich es schaffe meine Gedanken nur auf das Klettern, den Fels, meinen Körper, zu fokussieren,
zu erfahren wie es ist, wenn Projekte aufgehen und sich dadurch wieder neue Möglichkeiten ergeben.

Als ich die "Go" durch gestiegen bin konnte ich den ganzen Tag nicht mehr aufhören zu grinsen und ein Hochgefühl begleitete mich das ganze restliche Wochenende. Es geht nicht um irgendwelche Schwierigkeitsgrade, es geht um den Fortschritt. Um das Gefühl, das sich einstellt wenn man ein Projekt, welches man schon über Jahre verfolgt, abschließt.

Im Prinzip war es beim Studium das gleiche:
10 Jahre lang habe ich studiert. Langsam Schritt für Schritt arbeitete ich mich durch die Prüfungen und Seminare, doch dann irgendwann ist das Ziel erreicht. Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich keine Studentin mehr bin, dass ich nicht mehr lernen MUSS. Jetzt folgt eine Zeit in der die Theorie etwas in den Hintergrund tritt und das Gelernte in der Praxis in Erfahrungen umgewandelt werden kann. Ich habe 3 Monate unterrichtet, es ist nichts und trotzdem wird mir jetzt schon ersichtlich, wie viel ich noch wissen will, wie viel ich noch lernen WILL!

Etwas Altes abschließen, bedeutet immer, dass etwas Neues beginnt.
Die Energie wird frei für neue Ziele.



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