Vorbereitung auf die Hoch Tirol

Vor ein paar Jahren sah ich eine Reportage auf Servus TV in der Steve House mit seiner Partnerin die Hoch Tirol gemacht hat. Seit dem schwirrt dieses Tourenziel in meinem Kopf herum.
Da so eine Tour für den Magnus eher "Arbeit" als Vergnügen ist, hatte ich bis jetzt noch keinen Partner für diese Tour. Doch wenn man das Leben laufen lässt, fügt sich alles. Dieses Jahr habe ich Zeit zum Trainieren, der Magnus ist in Norwegen und meine beste Freundin leiht mir ihren Mann, der diese Tour auch schon lange gehen wollte. Perfekt!

Aus diesem Grund wird der Start in die Felssaison auf Ostern verlegt und fleißig Schnee gesucht. Mein liebster Trainingspartner ist mein Papa, da weiß man immer, dass viele Höhenmeter gemacht werden und meist ein guten Schnee in Aussicht ist. Gleich als erste Tour ging es in unser Hausgebiet, gemütliche 1 700hm auf den Muttekopf. Super "Einstiegstour" mit schöner Abfahrt über die Südflanke, danach musste ich erstmal 10 Stunden schlafen.



Am nächsten Tag fuhren wir ins Paznauntal und marschierten bei strahlendem Sonnenschein auf die Hohen Köpfe. Eine wunderschöne Skitour mit herrlichem Ausblick. Bereits beim hinauf gehen, sah ich auf unserer linken Seite eine Rinne, die noch keine Spuren hatte. Am Gipfel strahlte mein Papa und meinte nur, dass er noch eine Rinne für uns gesehen hätte. Naja, zwei Knabl's - ein Gedanke!

Das folgende Wochenende bekam ich Besuch aus München. Hanna und Steffen quartierten sich bei uns ein und ich freute mich einfach riesig die beiden wieder zu sehen. Die Tourenwahl war ausgezeichnet, die Spurwahl vielleicht nicht immer optimal, so haben wir uns auf dem Weg zur Wildebenenspitz etwas verkoffert, wurden aber mit einem gewaltigen Blick auf den Patriol belohnt. Am zweiten Tag ging es auf eine klassische Skitour - die Grünsteinumrundung - und wir starten gleichzeitig mit gefühlt noch 100 anderen Personen. Doch durch eine kleine Abzweigung von der ursprünglichen Tour fanden wir ein einsames Kar mit unverspurten Pulverhängen.




Und so ging es weiter, eine schöne Skitour nach der Anderen. Erinnerungen geschaffen, mit Menschen die mich begleiteten. Schöne Aussichten, bärige Powder-Hänge und lustige Stürze - draußen sein, die Ruhe genießen, die Gedanken fließen lassen. Immer wenn ich unterwegs bin muss ich mich die erste Stunde plagen, frage mich warum ich das mache, es ist doch einfach nur anstrengend. Erst nach und nach kehrt Ruhe in mir ein, langsam öffne ich meine Augen und meinen Geist für die schönen Dinge die mich umgeben, das Gehen wird immer leichter. Beim Gipfelanstieg ist die Anstrengung bereits vollkommen vergessen und ein wohliges Gefühl stellt sich ein. Ist dies Glück? Innerer Frieden? Egal wie man es benennt, jeder der dieses Gefühl kennt wird süchtig danach, nach dieser Intensität mit der man die Gegenwart wahrnimmt, das Leben von Sinn erfüllt ist.

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