Aus Dingen die enden entstehen Legenden

Vom Joshua Tree Nationalpark aus ging es wieder nach St. George.
Es war eigenartig die bekannte Strecke retour zu fahren. Irgendwie so als ob man schon zu Hause ist. Wir wussten schon was uns erwartete und wo wir schlafen würden. Wir verbrachten noch einmal eine wunderschöne sternenklare Nacht in der Mojave Wüste und genossen die Stille. Am nächsten Tag war es schwer los zu lassen und so starteten wir erst spät Richtung Las Vegas, doch nur um durch zu fahren, die Stadt ist uns viel zu hart.
In St. George angekommen parkten wir bei unserem Schlafplatzl und kochten was Feines. Am nächsten Morgen gingen wir ins Super Mario Land Bouldern. Es gibt dort zwar nur wenige Boulder, doch die Vorhandenen sind einfach nur genial.
Am Abend trafen wir uns mit Elliot, mit dem wir im November in Bishop unterwegs waren. Es ist so witzig sich mit Leuten zu treffen, denen wir während dem Trip begegnet sind. Da wird einem erst richtig bewusst, wie lange wir schon unterwegs sind.
Nach einem weiteren genialen Bouldertag zu Dritt, ging es noch einmal ins Spa im Fitnessstudio und dann ab nach Norden. Ironischer weise hat jemand an diesem letzten Tag in St. George unseren Campingtisch und die Stühle gestohlen. Naja, wir brauchten sie ja ohnehin nicht mehr und wir hoffen, dass der Dieb glücklich damit wird.

Von St. George aus ging es zuerst nach Salt Lake City, wo wir kurz bei der Black Diamond Hauptzentrale stoppten. Weiter im Schneesturm, bis wir zu müde waren und uns eine abgelegene Straße suchten. Nach einem beinahe Unfall, der Roady ist eben doch nicht so schneetauglich, fanden wir ein ruhiges Plätzchen.
Weiter durch den Staat Idaho nach Montana, wo wir an einem See noch einmal ein wunderschönes Schlafplatzerl fanden und unser letztes Lagerfeuer in der USA zündeten. Dieses letzte Feuer war sehr sentimental.

Dankbarkeit, für diesen unglaublich genial Trip lag in unseren Gedanken.
Für all das Glück, das wir hatten.
Für all die tollen Menschen die wir trafen.
Dass wir ohne Krankheit und Verletzungen davon gekommen sind.
Es hätte nicht besser sein können...

Am nächsten Tag überquerten wir die kanadische Grenze und fühlten uns gleich wie zu Hause, denn so toll die Landschaft in der USA auch ist, so schrecklich ist der amerikanische Lebensstil. Oberflächlich, künstlich, mit keinen erkennbaren Werten... wir trafen nur wenige Menschen, die uns vom Gegenteil überzeugen konnten. Jeder hat einen "Becher to go" in der Hand, jeder hat einen Hund, niemand hat seinen Hund unter Kontrolle, überall liegt Müll, überall gibt es Ramsch und Fast Food, alles ist immer überdimensioniert...

Am meisten ist es uns aufgefallen, wenn wir mit netten Menschen gemeinsam kochten oder Bier tranken. Niemand wartet bis alle am Tisch sitzen, jeder steht einfach auf während dem Essen, niemand prostet dir zu. Tischmanieren sind etwas Kleines, doch für mich etwas sehr Wichtiges. Es zeigt, dass man Respekt vor dem Essen hat und vor der Person, die es zubereitet hat. Ich freu mich schon wieder auf diese kleinen, feinen Europäischen Sitten.

In Calgary angekommen richteten wir den Roady für den Verkauf her. Am nächsten Tag um 10 Uhr kamen dann die ersten Besichtiger und... kauften ihn sofort! Wir fuhren zum Flughafen, holten uns ein Mietauto, räumten alles aus dem Roady und um 13 Uhr hieß es Auf Wiedersehen zu sagen. Ich dachte nicht, dass ich je so eine emotionale Beziehung zu einem Auto aufbauen würde. Doch wir hatten einfach eine so geniale Zeit in diesem Van. Er war einfach perfekt für uns und ich kann mir gar nicht mehr vorstellen in einem anderen Auto zu verreisen... nun ja, hilft alles nichts. Es bleibt nur Danke zu sagen, dafür dass er uns so gut gedient hat.

Wir suchten uns ein günstiges Motel und ordneten erstmals unser ganzes Gepäck. Wir haben alle alten Seile verschenkt/verkauft und trotzdem hat unser ganzes Zeug nicht mehr in den vier Taschen platz. Unglaublich was sich in 7 Monaten so alles ansammelt.

Da wir nun noch vier Tage zur Verfügung hatten und wir diese auf keinen Fall in der Stadt verbringen wollen, fuhren wir drei Stunden in den Waterton-Lake-Nationalpark. Dieser Park ist im Winter ein wahrer Traum. Keine Menschen, kein Tourismus! Alles außer einer Lodge hat geschlossen und unberührte Natur überall. Wir fühlten uns wie in einem Wellnessurlaub, wanderten stundenlang durch die ausgestorbene Landschaft und genossen das Schwimmbad und die Saune ganz für uns alleine. Am nächsten Tag ging es wieder Richtung Calgary zum Ellbow River, da im Nationalpark ein Schneesturm angesagt war.

Und hier sind wir jetzt seit gestern Abend. In einem Motel in der Stadt, draußen wütet der Schnee. Jetzt müssen wir noch ein paar Sachen erledigen, am Abend treffen wir uns mit Chris und Diane, von denen wir den Roady im August gekauft haben und Morgen fliegen wir nach Hause.

Eine unglaublich geniale Zeit geht zu Ende, ich bin so Dankbar und kann es immer noch nicht ganz fassen wie viel Glück wir hatten. Traurig, dass die Zeit um ist? Nein, denn aus Dingen die enden entstehen Legenden (Zitat Fanta4) und das nächste Abenteuer wartet auf uns.












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