Yosemite - Einführung

Die erste Woche im Valley war ein bisschen ein Kulturschock, so viele Menschen überall. Wir waren es gewohnt immer zu Zweit zu sein und auch in den Touren alleine unterwegs zu sein. Im Valley kommt man an und steht erst mal im Stau, dann muss man vor dem Camp 4 mit 20 anderen campieren um einen Platz zu bekommen und bei den Touren Tickets ziehen um überhaupt einsteigen zu können.
Gott sei dank haben wir gleich ein paar Freunde im Camp getroffen, die uns gesagt haben wie der Hase läuft, ohne sie wär die erste Woche bestimmt nicht so genial geworden.

Wir waren zu bequem um wirklich vor dem Camp 4 im Schlafsack zu schlafen, deshalb sind wir noch einmal aus dem Valley raus und haben noch eine Nacht im Roady verbracht. Am nächsten Tag um 8 Uhr haben wir uns mit unseren Campingsessel und einem Cafe in der Hand vor dem Camp 4 eingerichtet. Nach einer Stunde warten hatten wir einen Zeltplatz, konnten unser Lager aufschlagen und die erste Tour planen. Zusammen mit Peter ging es auf den Lower Cathedral Spire von dem aus wir einen genialen Blick auf den El Cap hatten. Die Route zeigte uns gleich, dass wir noch einige Lehrmeter im Yosemite sammeln müssen bevor wir in die schweren Routen einsteigen. Also gingen wir am nächsten Tag "Single Pitch" klettern um uns an den Fels zu gewöhnen. Am dritten Tag war eigentlich ein Rasttag geplant, doch die Motivation war größer als die Vernunft. Wir stiegen in die Rostrum ein und erlebten unseren ersten "Yosemite-Normal-Day". Um zu der Tour zu gelangen muss man abseilen und als wir unten ankamen, waren schon 4 Partien vor uns. Wir warteten brav am Einstieg bis wir endlich einsteigen durften. Nach drei anstrengenden Längen kommt man auf eine Ledge bei der die Tour abgebrochen werden kann. Dies haben wir dann auch gemacht, da wir einfach keine Lust mehr auf warten hatten.

Nach einem Rasttag ging es dann auf den Half Dome über die "Snake Dike", Anita und Rene begleiteten uns. Eine sehr leichte, aber geniale Route. Die drei Stunden Zustieg sind die Reise auf jeden Fall wert. Wieder mussten wir warten bis uns der Geduldsfaden riss und wir uns entschlossen Running-Belay die zwei extrem langsamen Seilschaften vor uns zu überholen. Als wir vorbei waren konnten wir das Klettern und den Ausblick so richtig genießen und hatten den Gipfel für uns alleine.

Am Samstag kletterten der Magnus und ich eine leichte 5 Seillängen Tour am Middle Cathedral die einfach nur entspannt und genial war. Um den Massen zu entfliehen entschlossen wir uns am Sonntag auf den Sentinel über die "Couinard-Herbert" zu klettern. Zugleich sollte diese anspruchsvolle Tour unsere Vorbereitung für den El Cap sein. Die Route ist uns gut hinein gelaufen und langsam fühlen wir uns richtig wohl am Yosemite Granit.

Als Kletterer muss man mindestens einmal im Yosemite gewesen sein und die Routen sind wirklich genial. Doch ich muss auch eingestehen, dass der ganze Rummel hier einfach zu viel ist. Ich hoffe wirklich, dass wir morgen am Westface - El Cap - nicht zu viele andere Partien treffen.
Im Camp 4 ist immer irgendwo Party, oder es schnarcht jemand extrem laut, oder die Maschinen von der Baustelle, die gerade nebenan ist, rütteln einen in der Früh wach. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen wie es in den 70er Jahre hier war. Der Plan ist jetzt mal fix bis Ende Oktober hier zu bleiben und wenn sich die Massen lichten vielleicht noch etwas länger.

Blick vom Gipfel des Lower Cathedral Spire auf den El Cap 

Anita und Rene in der Snake Dike 

Kurz vor dem Gipfel des Half Dome

Chillen am Gipfel des Half Dome

Abstieg vom Half Dome

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